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NADIYA AL-NOOR

Israel zu hassen gilt heutzutage an den Universitäten als absolut wichtig. Dadurch wirkt man “fortschrittlich”. Das bedeutet, dass man “wach” ist, und ein soziales Bewusstsein hat. Das bedeutet, dass man gegen ein tyrannisches Regime kämpft. Dass man den Kampf eines unterdrückten Volkes gegen weiße koloniale Vorherrschaft unterstützt. Zionismus ist Rassismus. Israel ist böse, und damit könnte das Ende der Geschichte erreicht sein.

Wenn, ja wenn das alles nicht absoluter Unsinn wäre.

Denn Zionismus ist in Wahrheit die Unterstützung des jüdischen Rechts und die Bestätigung des jüdischen Rechts auf Selbstbestimmung in ihrer angestammten Heimat, dem Land Israel.

Das (Anm. Zionismus) ist tatsächlich die jüdische Bürgerrechtsbewegung. Das ist der Kampf einer einheimischen Bevölkerung, die seit tausenden von Jahren unterdrückt worden ist, die von ihrem Land vertrieben, getötet und verfolgt wurde, wohin auch immer in der Welt sie sich gewandt hat. Das ist die Siegesfeier aufgrund der Rückkehr nach Jahrtausenden in der Diaspora, und aufgrund des Überlebens und Gedeihens gegen alle Widerstände.

Das klingt wie etwas, das die Linken eigentlich von ganzen Herzen unterstützen müssten, nicht wahr? Aber das gilt jetzt nicht mehr. Denn die beherrschende Darstellung an den Universitäten ist die, dass Israel wie Nazi Deutschland 2.0 ist, dass Israelis weiße Europäer sind, die das Land Palästina nach dem zweiten Weltkrieg kolonisiert haben. Die Beschuldigungen wegen “Apartheid” und “Genozid” werden nicht hinterfragt. Israel gilt als böse, und damit hat es sich.

Niemand spricht von den 850.000 und mehr Juden, die aus arabischen Ländern vertrieben wurden. Niemand erwähnt, dass die Mehrheit der Israelis diese Vertriebenen sind, oder von diesen Vertriebenen abstammen, und nicht aus Europa (nicht, dass die europäischen Juden weiße Europäer wären).

Niemand stellt klar, dass die israelischen Araber genau dieselben Rechte haben wie die Juden in Israel, oder dass Araber israelische Parlamentssitze haben, im Militär dienen, und Ärzte und gefeierte Berühmtheiten sind, Ladenbesitzer und Rechtsanwälte und Lehrer. Niemand erwähnt die tausende Palästinenser, die in israelischen Krankenhäusern behandelt werden und die in israelischen Unternehmen angestellt sind. Israel gilt als böse, und damit hat es sich.

Es gibt viele Dinge, die Studenten angeboten werden, damit sie ihrem Hass gegen Israel Ausdruck verleihen können. Da ist die BDS Bewegung (Boykott, De-Investitionen und Sanktionen), diese unterstützt die Kennzeichnung und den Boykott israelischer Produkte, und sie tritt dafür ein, die Verbindungen mit israelischen Universitäten zu beenden. Wobei man vorgibt, dass diese Boykotte palästinensischen Arbeitern, die israelische Produkte herstellen, nicht schaden würden. Und wobei man vorgibt, dass die ethischen Richtlinien der akademischen Welt gewahrt blieben. Dann gibt es die Israelische Apartheids-Woche, die bei ahnungslosen Studenten bösartige Lügen über den jüdischen Staat verbreitet. Dann können auch echte Terroristen unterstützt werden, wie es die Gruppe ‘Studenten für Gerechtigkeit in Palästina’ (Students for Justice in Palestine, SJP) stolz vormacht. Weiterhin gibt es das gezielte Schikanieren jüdischer Studenten. Außerdem das Niederschreien und Verhindern von Veranstaltungen, je nach Nationalität und Religion des Sprechers. Dazu die Forderungen, dass eine Veranstaltung abgesagt wird, wenn sie von einer jüdischen Organisation veranstaltet wird. Und dann das Protestieren gegen die Holocaust Gedächtniswoche im Namen der sozialen Gerechtigkeit.

An der Ryerson Universität in Toronto führten Studenten der muslimischen Studentenvereinigung und der Organisation ‘Studenten für Gerechtigkeit in Palästina’ bei einer Studentenveranstaltung für die Holocaust Gedächtniswoche ein demonstratives vorzeitiges Verlassen der Veranstaltung durch. Sie erniedrigten und verängstigten jüdische Studenten. Sie sagten, sie taten dies, weil es andere Völkermorde gegeben hat, die ins Bewusstsein gebracht werden müssten. Aber der wahre Grund ist schlichtweg der Antisemitismus.

Antisemitismus ist die akzeptierte Form des Hasses der Linken. Dünn verhüllt als “Anti-Zionismus”, der in Wirklichkeit nur Antisemitismus mit einem schicken Namen ist, denn er ist gegen die Bürgerrechtsbewegung der jüdischen Urbevölkerung feindlich eingestellt. Von den Studenten wird erwartet, dass sie Israel im Namen des progressiven Denkens hassen. Die jüdischen Studenten werden als privilegierte Rassisten dargestellt, es sei denn, sie distanzieren sich von Israel und geben ihr Streben nach ihrer Heimat auf und assimilieren sich.

Meine Leute (die Muslime) werden als hilflose Opfer von rücksichtsloser jüdischer Aggression dargestellt. Palästinenser werden zum Einsatzpfand beim Spiel des Hasses gegen Juden. Die Welt fällt darauf herein. Israel wird als böse dargestellt, Ende der Geschichte.

Studien beweisen, dass antisemitische Vorfälle an Universitäten mit einer aktiv tätigen ‘Studenten für Gerechtigkeit in Palästina’ (Students for Justice in Palestine, SJP) Gruppe wahrscheinlicher sind (was nicht überraschend ist). Meine Universität, die Binghamton University in New York, ist einzigartig darin, dass die pro Israel Stimmen dort das Sagen haben. Wir hatten zuvor ein SJP Problem, aber meines Wissens haben sie sich aufgelöst, nachdem die Verwaltung gegen ihre antisemitische Hetze entschieden durchgegriffen hat. Nun arbeitet unsere muslimische Studentenvereinigung mit unserer Hillel Gruppe zusammen. Die jüdischen und muslimischen Gemeinschaften hier verstehen sich gut, weil wir einander als Menschen betrachten. Wir lassen nicht zu, dass der israelisch-palästinensische Konflikt uns bestimmt.

Die Universitäten müssen den Antisemitismus in ihrem Umfeld zurückweisen. Wenn es an einer Universität einen gegen den Islam gerichteten Vorfall geben würden, dann kann man darauf wetten, dass sich die Verwaltung sehr viel schneller damit befassen würde. Antisemitismus wird wegen der Heuchelei der Linken toleriert. Wegen des massiv um sich greifenden Antisemitismus an den Universitäten und der vielfältigen Herkunft der Studenten, die sich am Judenhaß beteiligen, wird Antisemitismus oft entschuldigt oder gerechtfertigt.

Jüdische Studenten müssten die Initiative ergreifen und nicht abwarten, bis ein antisemitischer Vorfall geschieht. Nicht abwarten, bis eine SJP (Studenten für Gerechtigkeit in Palästina Gruppe) auftaucht und sich festsetzt. Sie müssten eine Israel Peace Week (Israel Friedenswoche) oder Hebräische Befreiungswoche abhalten. Informiert eure Mitstudenten. Wenn ihr nicht deutlich sprecht, werden es die Antisemiten tun.

Antisemitismus ist unannehmbar, auch wenn er groß in Mode ist.

Originally Published in English in The Times of Israel

 

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